Drei Fragen an…

…Erwin Rießle, den Vorsitzenden des Angelvereins.

Wie empfinden Sie alljährlich das Abschlussangeln mit den Ehefrauen und Müttern?
Es war auch dieses Mal wie immer schön. Eine lustige Gesellschaft, die unbedarft an die Sache herangeht, von den Kleinen unterstützt. Es macht Spaß zu sehen, dass auch die Kinder ihren Eltern einmal etwas erklären.

Gibt es schon eine feste Stammgruppe von „Anglerinnen“ im ASV Metelen?
Wir haben eine Hand voll Frauen dabei, die in den Jugend- und Seniorengruppen mitangeln. Aber für eine eigene Gruppe reicht das noch nicht.

Wünschen Sie sich mehr Interesse von der breiten Masse der Bevölkerung für ihren Sport?
Auf jeden Fall. Unser Problem ist, dass wir kaum gesehen und damit wahrgenommen werden, uns fehlt der Zuschauereffekt. Ich denke gerade deshalb ist das Vereinsheim so wichtig. Dort hätten wir einen Ort, wo wir uns treffen könnten, aber auch zugleich eine Anlaufstelle für alle interessierten Bürger.
Quelle: Münstersche Zeitung/Fabian Schöpke

Gute Nachrichten in Sachen Vereinsheim

Eine Woche bevor die Frauen am Samstagnachmittag ihre Angeln in die Vechte warfen, hatten sich bereits die Profis das letzte Mal in dieser Angelsaison getroffen, um beim Pokalangeln die Besten der Besten unter sich auszumachen.
Geehrt wurden die Angler mit dem größten und schwersten Fisch des letzten Pokalsangelns. In der Jugendkategorie haben gewonnen Andre Schaar, Jason Buss und Julius May. In der Kategorie Senioren waren Michael May, Matthias Balzer und Heinz Ewering erfolgreich.
Den größten Kapitalen und damit den Wanderpokal sicherte sich Michael May mit einem 700-Gramm-Hecht. Doch bevor die Angler ihre Pokale in Empfang nehmen durften, ließ es sich der Vorsitzende Erwin Rießle nicht nehmen, noch einmal die Mitglieder über den Stand der Dinge beim Vereinsheim zu unterrichten.
„Die Stadt hat uns in Aussicht gestellt, ein Grundstück zur Verfügung zu stellen“, so der Vorsitzende. Der Angelverein verhandelt derzeit mit dem Landessportbund über eine Fördermaßnahme, die bis zu fünfundzwanzig Prozent der Kosten abdecken könnte.
„Wir sind weiterhin vorsichtig, da es noch keine konkreten Verträge gibt“, erklärte Rießle.
Übrigens: Die ersten vereinseigenen T-Shirts werden auf dem Fettmarkt zu erwerben sein.
Quelle: Münstersche Zeitung/Fabian Schöpke

Die Jagd im Wasser

Metelen – Es ist sterbenslangweilig. Es ist nichts Anderes als Jagen im Wasser. Und es ist eine Männerdomäne in der Frauen keinen Platz haben und niemals erfolgreich sein können.
Vorurteile über Vorurteile überwiegen seit Jahrzehnten im Angelsport. Und sogar häufig verschrien ist er unter den Angehörigen der Angler. Bleibt nur die Frage, ist Angeln überhaupt noch eine Randsportart?
Wer am Samstagnachmittag den Angelsportverein Metelen beim Abschlussangeln an der Vechte gegenüber von Plagemannsmühle besuchte, dem wurde schnell der Wind aus den Segeln genommen für seine Vorurteile. Dort saßen nicht stillschweigende Männerscharen, hypnotisiert vom Treiben ihrer Posen und dem Rauschen des Flusses. Ekelfaktor
Sondern zahllose Mütter mit ihren Söhnen, die selber einmal entdecken wollten, was ihre Kinder Tag täglich an diesem Sport so fesselt. „Es ist sehr lehrreich, die Kinder erklären so viel und man hört gerne aufmerksam zu“, sagte Ursula Lissek, die selber einmal Rute und Rolle in die Hand nahm. Fasziniert vom Sport ihres Sohnes, den sie und ihre Mitstreiterinnen sonst nur aus den Erzählungen ihrer Kinder kannten. Doch trotz aller Begeisterung für das Hobby von Sohn und Ehegatte blieben ein Ekelfaktor und damit doch ein kleines Vorurteil bestehen, die Angst vor den Maden und dem unliebsamen Aufspießen auf den Haken. Eine Aufgabe, die dann doch wieder die Söhne gerne übernahmen, um ihren Müttern das Angeln ein bisschen zu erleichtern. Bei Kaffee und Kuchen tauschten sich in der Mittagspause die Mütter gerne noch einmal aus, über ihre Erfolge und kleinen Missgeschicke beim ersten
Anschlag, um den Fisch zu haken. Und wer den Frauen für ein paar Minuten beim Plauschen zuhörte, der gewann schnell den Eindruck, dass sie nicht nur begeistert waren vom Sport der Söhne, sondern schon wie kleine Profis über das Angeln debattieren können. Faszination pur
„Viele halten Angeln für langweilig, aber es ist Faszination pur“, zitierte eine der Mütter begeistert aus dem Aufsatz ihres Sohnes. Und vielleicht trifft man bald öfter an der Vechte ein paar Frauen, die gemeinsam mit ihren Kindern die Pose ins Wasser schwingen.
Quelle: Münstersche Zeitung/Fabian Schöpke